Adler, Karl-Heinz

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Karl-Heinz Adler

Sechs geschichtete Rechtecke, mittig ausgeklappt. 1982

Bezeichnet Mitte unten: Karl Heinz Adler 82 Eingefärbter Pressspan auf weiß

grundierter Spanplatte, 60 x 47,3 cm

Durch die GMKD vom Künstler erworben; seit 2002 als Leihgabe in der Galerie

Neue Meister.

Karl-Heinz Adler gehört zu den herausragenden Vertretern der

Konkreten Kunst in Deutschland. Ob Kunst am Bau, Wandbild,

Collage, Relief oder Objekt – seine ein-, zwei- und dreidimensionalen

Werke entwickeln sich aus grundlegenden künstlerischen, sozialen,

metaphysischen, mathematischen und physikalischen Fragestellungen.

Stets hat Adler die komplexen Relationen zwischen Natur und Kultur untersucht

und dabei die elementaren Fragen nach Raum, Zeit und Wahrnehmung mit

Reflexionen über den Modus des Bildes verknüpft. Ab Mitte der 1960er Jahre

entwickelte er bildnerische Methoden des Seriellen, der Schichtung und der

Rhythmisierung des Bildraumes mit minimalistischen Mitteln.

In der Arbeit „Sechs geschichtete Rechtecke, mittig ausgeklappt“ kann man sein

Gestaltungsprinzip deutlich nachvollziehen: Für Adler ist die Ausführung ein

Prozess, bei dem die zuvor erarbeiteten und gesetzten Regeln eingehalten werden.

Der Titel selbst verweist unmittelbar auf den zu sehenden Vorgang. Die

verwendeten Materialien sind, wie oft bei Adler, Bau- und Werkstoffe, die den

Arbeitscharakter repräsentieren, welchem seine Werke unterworfen werden. Adlers künstlerische

Entwicklung verlief parallel zur Etablierung der Konzeptkunst, von Minimalismus, Zero, Op Art und der

Konkreten Kunst in Westdeutschland, war aber eigenständig

und unberührt davon, da er hinter dem Eisernen Vorhang weitestgehend von diesen Tendenzen isoliert

war. Im offiziellen Kunstbetrieb der DDR fand Adlers Position drei Jahrzehnte lang keine Würdigung.

Lediglich seine baugebundenen Arbeiten waren vielerorts im Stadtbild präsent. kathleen reinhardt (aus

dem Buch GMKD25)

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GMKD
sechs geschichetete Rechtecke mittig geklappt, 1982

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