Marwan

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Marwan, Kassab-Bachi, genannt Marwan

Marionette, 2006

Öl auf Leinwand

Durch die GMKD von der Sfeir-Semler Gallery, Berlin erworben, seit 2010 als

Leihgabe in der Galerie Neue Meister

Marwan Kassab-Bachi ist für viele einer der wichtigsten Maler des Mittleren Ostens.

In Damaskus geboren und in den späten 1950er Jahren nach Berlin ausgewandert,

wurde er Ende der 1970er Jahre Professor für Malerei an der Hochschule für Künste

und verkürzte seinen vollen Namen zum Künstler-namen Marwan. Seine Arbeit ist

vom deutschen Expressionismus geprägt, verbindet diesen jedoch mit Motiven der

Sufi-Mystik, was vor allem in seinen früheren Arbeiten und den fast surreal

anmutenden Gruppenbildern und Porträts dieser Zeit zu beobachten ist. Ab den

1970er Jahren wendete er sich vor allem dem Porträt zu und entwickelte seine so

typische Konzen-tration auf das Gesicht. In dem 2006 entstandenen Werk

„Marionette“ lässt sich Marwans Maltechnik der Schichtung deutlich erkennen, was

auch sein Interesse an Spiritualität wiedergibt. Er malte oft in mehreren Ebenen von

Farben und übereinander, welche sich im fertigen Werk dann zu einem fast flirrenden

Erscheinungsbild zusammenfügen. Durch das Motiv der Marionette stellt das

Gemälde Kontakt zum immer wieder auftauchenden Motiv des Harlekin in der Malerei

der DDR her und ist für die Sammlung der GMKD somit ein wichtiger rückenschlag in

beide Richtungen: Die Arbeit des Konzeptkünstlers Walid Raad „Preface to the ninth

edition: On Marwan Kassab-Bachi (1934–2016)“ von 2017 ist eine Hommage an Marwan und betont

seine zentrale Stellung für die Kunstgeschichte des Mittleren Ostens, jedoch vor allem auch seine Präsenz

in der zeitgenössischen europäischen Malerei. kathleen reinhardt (aus dem Buch GMKD25)

GMKD

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