Cahn, Miriam

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Miriam Cahn

Ohne Titel. 1997

Öl auf Leinwand, 100 x 58 cm

Durch die GMKD aus der Zeno X Gallery, Antwerpen, erworben, seit

2000 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister

Die gesamte Leinwand ist von einem Kopf gefüllt. In Miriam Cahns typischer, verschwommen anmutender Malweise ausgeführt, fallen vor allem die leeren, loch-artigen weißen Augen und die lange rote Nase auf, die aus dem bläulich rosafarbenen Grund des Kopfes zu fließen scheinen. Immer in einer gewissen Unschärfe ausgeführt und in dezenten, jedoch sehr präsenten und eleganten Farben auf die Leinwand gebannt, definiert Cahn malerischen Realismus neu. Die Basler Künstlerin macht in ihren Arbeiten keinen Unterschied zwischen dem tatsächlich Vorhandenen und dem auf Gefühlsebene Wahrgenommenen. Die Erscheinungen in ihren Bildern wirken oft unheimlich in ihrer Gestalt, ihre flimmernde Farbigkeit jedoch lässt einen nähertreten. Sie möchte, wie sie sagt, „Bilder malen, die intrigieren, die verunsichern“. Dafür besteht Cahn auf der Differenz eines weiblichen Blicks für das Kunstschaffen, denn „der weibliche Körper ist zu lange nur von Männern gemalt worden“. Nun blickt sie zurück. Ihr vielschichtiges Werk bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen großen Leinwänden und den extremen Großformaten einiger Zeichnungen und kleineren, intimeren Bildern. Sie malt oft mit vollem Körpereinsatz, manchmal sogar mit geschlossenen Augen – Kontrolle und Distanz ordnen sich einem anderen Zugang zur Welt unter. kathleen reinhardt (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

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