Höfer, Candida

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Candida Höfer

Albertinum Dresden II, 1999

C-Print, gerahmt Edition 2/6 (+3AP) image, 60 x 60 cm

Durch die GMKD aus der Galerie Johnen + Schöttle, Köln,

erworben; seit 2000 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister

. Circolo Degli Artisti Turin II. 1994 C-Print, gerahmt, Edition 3/6, image 86 x 86 cm Aus der Galerie Johnen + Schöttle, Köln, als Schenkung von Klaus F. K. und Doris Schmidt an die GMKD; seit 2004 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister Candida Höfer studierte Fotografie in Köln und Düsseldorf und gehört zur ersten Generation der „Becher-Schule“. Seit Anfang der 1970er Jahre fotografiert sie Innenräume. Ihr besonderes Interesse gilt Museen, Bibliotheken und Archiven – Orte, an denen das Wissen über die Welt gesammelt und zur Anschauung aufbewahrt wird. Ihre Aufnahmen bestechen durch die Klarheit der fotografischen Konstruktion, wirken authentisch und sachlich. Meistens sind die Ausstellungssäle, Lesehallen oder Depots menschenleer, doch Architektur und Ausstattung vergegenwärtigen die Funktion der Räume und das Wirken und Handeln derer, die sich für gewöhnlich dort aufhalten. Höfer legt die von Zeit und Bestimmung geformte „Physiognomie der Räume“ (Klaus Honnef) frei. Gern schaut sie auch hinter die Kulissen von Museen und stößt auf Orte und Situationen, die im Betriebssystem Kunst eine wesentliche Rolle spielen. mathias wagner (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

Erwerbungen der Gesellschaft

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Über einen glänzenden Fußboden, vorbei am abgenutzten Weiß der Wände wird der Blick in die Tiefe eines schlauch-artigen Raumes gezogen, der nur im hinteren Teil möbliert ist. Einfache Regale bilden ein inneres Gehäuse und rahmen eine neobarocke Kombination von Schreibtisch und rot gepol-stertem Stuhl, deren kunsthandwerklicher Schwung die karge Funktionalität des Raumes und die strenge Konstruktion des fotografischen Blicks kontaminiert. Im hellen Licht der Neonröhren behauptet sich das mit Büchern, Ordnern und losen Papieren angefüllte „Studi olo“ gegen den Eindruck der Leere und des Provisoriums, erscheint als abgegrenzter, intimer Bereich einer nicht näher erklärten (geistigen?) Verrichtung. Die im Titel ausgewiesene Verortung wird bezeugt durch die an der Wand lehnenden Schilder, die auf eine Ludwig-Richter-Ausstellung im Albertinum verweisen. Wenn Candida Höfer Museen ins Visier nimmt, ist sie nicht an den touristischen Schauseiten interessiert, sondern an Räumen und Situationen, die im Museumsalltag eine wichtige Rolle spielen (Büros, Lager, Ausstellungsumbau etc.), die aber dem Blick der Öffentlichkeit entzogen und damit bilderlos sind. Auf der Suche nach den Spuren dieses Innenlebens begibt sie sich in den „Maschinenraum“ des Museums und stößt auf Orte, an denen das Museum „gemacht“ wird. mathias wagner (aus dem Buch GMKD25)