Müller, Wilhelm

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Wilhelm Müller

12.1.99. 1997/98

Acryl, Lack, Baumwollkordel auf Holz, 26 x 36 cm Durch die

GMKD aus der Dogenhaus Galerie Leipzig erworben; seit

2000 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister

Wilhelm Müller gehört in seiner Generation neben Karl- Heinz Adler, Friedrich Kracht und Manfred Luther zu den wichtigsten Vertretern der konkreten Kunst in Dresden. Als Maler, Zeichner und Grafiker war der praktizierende Zahnarzt Autodidakt. Zwischen 1964 und 1966 erhielt er „Privatunterricht“ im Atelier von Hermann Glöckner, gilt als dessen einziger Schüler. Angeregt von Glöckners bildanalytischem „Tafelwerk“ entwickelte er ab 1965 seine „Konstruktive Übung“ – eine konzeptuelle Werkfolge über das Verhältnis von Linie, Fläche und Raum. Das Bildgeviert wird dabei durch horizontale, vertikale und diagonale Linien im Modus einer fortlaufenden Flächen- halbierung in verschieden große Vier- und Dreiecke unterteilt. Das Prinzip dieser geometrischen Flächenteilungen demonstrierte Müller zuerst in einer Mappe von 24 Zeichnungen mit Silberstift und -tinte. Später übertrug er das System auch in die Malerei. Um die Bildfläche zu teilen, benutzte er in die Malschicht seiner Tafeln eingebettete Schnüre verschiedener Materialität, Stärke und Farbigkeit. Die klare Zeichenhaftigkeit dieser symmetrischen Linienstruktur steht im Kontrast zur oft rauen Textur des monochromen oder durch einzelne Farbfelder akzentuierten Malgrundes – ein bildnerischer Dialog von geometrischer Ordnung und dem Eigenleben der Malerei. mathias wagner (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

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