Borowski, Martin

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Martin Borowski

Südhöhe. 2005

Öl auf Leinwand, 280 x 195 cm

Durch die GMKD aus der Galerie büro für kunst, Elly Brose-

Eiermann, Dresden, erworben, seit 2006 als Leihgabe in der

Galerie Neue Meister

Martin Borowski malt Architektur als Komposition von Flächen. In früheren Arbeiten staffeln sich schwebende Farbfenster im Bildraum. Später wählte er Motive aus dem Vorrat der städtischen Moderne, die dem Zeitgeschmack nahe kommen und bekannte Sehmuster abrufen. In diesen Kontext gehört seine Darstellung der Prager Straße im Zentrum von Dresden. Der Blick nach Süden durch die in den 1960er und 1970er Jahren neu bebaute Einkaufsstraße ist durch jüngst errichtete Kaufhäuser heute verändert. Die Aluminiumwabenwand des 2007 abgerissenen Centrum-Warenhauses war tatsächlich leicht aus der Straßenachse gedreht. Die Fassadenfront des Mercure trägt im Gemälde noch, etwas gröber, das frühere springende Streifenmuster. Die Flucht der drei hintereinander stehenden Hotels mit den roten Signets aber ist im Stadtbild unverändert nachzuvollziehen. Borowski zeigt durch die gewählt hohe Fenster-Position im fünften Stock die Weite, das Immer-kleiner-Werden der Dinge. Inbegriffen ist die Utopie der Architekten, eine Stadt der Zukunft zu errichten. In bildschirmmatter Farbigkeit, einem leicht flimmernden Fernsehbild gleichgesetzt, wird noch deutlicher: Architektur ist Alltagswelt, ein Element populärer Kultur. Für jede Generation wird Modernität neu definiert. Die Sicht des Malers auf eine Architektur, die ebenso alt ist wie er selbst, liefert dafür Argumente. birgit dalbajewa (auis dem Buch GMKD25)
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