Kobloch, Thoralf

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Thoralf Knobloch

Nossen, 2003

Öl auf Leinwand, 120 x 220 cm

Durch die GMKD aus der Galerie Gebr.

Lehmann, Dresden/ Berlin, erworben, seit

2004 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister

Als Thoralf Knobloch 2002 seine erste Einzelausstellung eröffnete, gab er ihr den Titel „Streif- und Jagdzüge“. Diese Erkundungen haben den in Dresden ausgebildeten und damals dort lebenden Künstler vor allem in seine nähere Umgebung geführt. Zahlreiche Bildtitel benennen die Orte dieser Ausflüge: Auch „Nossen“ ist ein solches Bild. Zu erkennen ist der Stumpf eines Baumstamms, um den herum sich mehrere Objekte ungeordnet gruppieren. Eine Plane und mehrere Holzlatten lassen sich identifizieren und bilden das prosaische Stillleben eines Abfallberges in irgendeinem Hinterhof. Das schmale Querformat passt sich dem dargestellten Motiv an und lässt dem Betrachter nur wenig Freiheit für den Blick in die Umgebung. Tatsächlich hat der Künstler alle Details des landschaftlichen Hintergrunds aufgelöst. Die Annäherung an die Leinwand zeigt, wie malerisch autonom Thoralf Knobloch große Flächen der Bildoberfläche gestaltet. Er behauptet sich dabei geradezu als ein Maler der Abstraktion mit ironischen Anklängen an das „dripping“ des Abstrakten Expres-sionismus. Gleichzeitig gewinnen seine Farben eine beklemmende Verschiebung ihres Lokalkolorits und eine überraschende Ausstrahlung. Beide Verfahren verwandeln den Illusionismus des fotografischen Schnappschusses in eine malerische Bildlichkeit. dietmar elger (aus dem Buch GMKD25) In karger Landschaft stellt Thoralf Knobloch die Rückseite eines Schildes ins Zentrum seiner Komposition. Das Schild wirft einen kurzen scharfen Schatten hinter sich, die Sonne steht im Zenit. Kontrastreiche Farbflächen treffen hart aufeinander. Im Gegensatz zu dem sehr gegenständlichen Schild nimmt in der Bildtiefe der Grad der Abstraktion zu: Gebüsch und Strommast im Mittelgrund werden mit nur wenigen Linien skizziert, der sandige Untergrund ist nur schemenhaft angelegt. Weite Teile des Gemäldes sind homogen mit Farbe gefüllt. Dennoch ist der Umgang des Malers mit der großen Leinwand überraschend grafisch. Schnelle sichere Pinselstriche definieren die umgebende Landschaft des einsamen Schildes. Allein die Horizontlinie im linken Bereich des Bildes weist eine kleine Korrektur auf. Ursprünglich war sie höher angelegt: Unter dem strahlenden Blau des Himmels lässt sich eine nicht übernommene Vorzeichnung erkennen. Bei aller Klarheit des zentralen Bildgegen-standes scheint es Knobloch nicht um das eigentlich Dargestellte zu gehen, sondern vielmehr um das Zeichen als Stellvertreter. Das Spiel mit dem Sichtbaren und der Realität führt zu grundsätzlichen Fragen des Seienden. Auge und Gehirn sind gefordert Informationen zu ergänzen, die der Künstler im Ungewissen ließ. alexandra schellenberg (aus dem Buch GMKD25) Schild im Sand, 2010 Öl auf Leinwand, 140 x 220 cm Mit einer Sonderspende von Prof. Dr. Martin Wirth und der Deutschen Deutschen Gesellschaft für Urologie durch die GMKD aus der Galerie Gebr. Lehmann, Dresden/ Berlin, erworben, seit 2010 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister
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