Kasten, Petra

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Petra Kasten

Ostern, 2005

Öl auf Leinwand, 150 x 150 cm

Mit einer Sonderspende von Hansfried Defet

durch die GMKD von der Künstlerin erworben,

seit 2011 als Leihgabe in der Galerie Neue

Meister.

In den letzten Jahrzehnten hat Petra Kasten immer wieder die grundierte Leinwand bearbeitet, um auf ihr fabelhafte Wesen zum Vorschein kommen zu lassen. Auf dem Bildgeviert mit dem Titel „Ostern“ haben sich zwei Hasen eingefunden, die in gegenläufiger Richtung unterwegs sind. Sowohl die Gummirolle mit der Musterwalze als auch ein Korken wurden als Stempel eingesetzt, wodurch Grund und Figur Gestalt gewonnen haben. Auf einer gemeinsamen Zeichnung mit Lutz Fleischer zum Thema „Dresden-Panorama“ (2007) hat Petra Kasten fliegende Hasen „Über den Dächern“ positioniert. Bernhard Theilmann hat mit Bezug auf diesen Zyklus in seinem Nachwort zum gleichnamigen Katalog – „Ein gezeichneter grantiger Liebesbrief “ betitelt – über Petra Kasten geschrieben: „Eigentlich ist ihr Dresden zu eng, trotzdem kam sie von allen Fernreisen über Hochgebirge und Ozeane in die Nachbarschaft des Pieschener Hafens zurück, dessen Wasser auch schon mal irgendwann zum Meer vor Südamerika oder Island gehörte“. Vielleicht sind diese mit dem Korken aufgestempelten Geschöpfe, die so sehr auf ihre Zwischenräume angewiesen sind, nicht nur dekorativ gestaltete Wandornamente. Vielleicht haben sie ein heimliches Vorleben: In den „Reflexionen aus dem beschädigten Leben“ hat Theodor W. Adorno in seinem kalifornischen Exil folgende Erinnerung formuliert: „Seit ich denken kann, bin ich glücklich gewesen mit dem Lied: ‚Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal‘: von den zwei Hasen, die sich im Grase gütlich taten, vom Jäger niedergeschossen wurden, und als sie sich besonnen hatten, dass sie noch am Leben waren, von dannen liefen.“ (Minima Moralia, 1951) ulrich bischoff (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

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