Havekost, Eberhard

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Eberhard Havekost

Max Headroom 2, 2003

Öl auf Leinwand, 50 x 41 cm

Schenkung von Frank Lehmann, Dresden, an die GMKD; seit 2004 als Leihgabe in der Galerie Neue

Meister

Eberhard Havekost malt die Oberflächen der Wirklichkeit. Sein künstlerisches Referenzmedium sind

nicht mehr die Motive der analogen Fotografie, sondern die digitale Bilderwelt des Computers und

Internets. „Die Kunst zeigt den Versuch der Konstruktion der Realität“, formulierte er einmal die

theoretische Folie für seine Malerei. Seine Oberflächen verbergen dabei ebenso viel, wie sie zeigen. Mit

dem Titel des Bildes „Max Headroom 2“ bezieht sich Eberhard Havekost auf eine computergenerierte

gleichnamige Figur von 1984, ohne sie jedoch zu porträtieren. Was den Künstler stattdessen

interessiert, ist das Bildkonzept hinter dieser Animation, die zwar von einem Schauspieler dargestellt

wurde, deren Bild aber im Computer überarbeitet und zu einer Kunstfigur verfremdet wurde.

Tatsächlich ist Max Headroom eine der ersten computeranimierten Figuren gewesen, die den Status

eines populären Medienstars erreicht haben. Nach diesem Vorbild hat Eberhard Havekost auch das

Bildnis seines Modells bearbeitet und es dabei in einen Max Headroom verwandelt. Mit den horizontalen Streifen hat er ein charakteristisches

Stilelement des Vorbildes frei in seine Darstellung übernommen. dietmar elger (aus dem Buch GMKD25)

„Ich sehe etwas anderes als die Kamera, und die Kamera sieht etwas anderes als ich“, hat Eberhard Havekost einmal die Ausgangsposition für seine mediale Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit beschrieben. Der Künstler fotografiert seine Umgebung oder sucht die Vorlagen für seine Malerei in den Realitätsbildern der Medien. Im Computer wird dieses Ausgangsmaterial weiterbearbeitet und verfremdet. Das so gewonnene digitalisierte Bild wird anschließend mithilfe des analogen Verfahrens der Malerei wieder in ein traditionelles Bild übertragen. Dabei interessieren Havekost der Informationsgewinn und -verlust, den die Motive im medialen Prozess zwischen Wirklichkeit, digitalem Computerbild und Malerei erfahren. Unübersichtlichkeit, bedrängende Fülle, eine Anhäufung von nicht mehr brauchbaren Gegenständen – das sind die ersten Eindrücke, die das 2003 entstandene Gemälde „Trash 1“ vermittelt. In ein mittelgroßes Quadrat ist ein hochformatiger, annähernd perspektivisch geformter Raum gezwängt. Seine Komposition orientiert sich an der vorausgegangenen Auflösung des diskursiven Bildes. Die filmische – und damit einäugige – Erfassung der Hinterhofszenerie wird nicht einfach abgemalt. Das von Filmschnitten zerlegte Bildganze wird hintereinander aufgebaut, jedes Segment wird von einer eigenen Perspektive bestimmt. Durch diese kaum merkliche Auflösung eines kontinuierlichen Bildraumes entsteht die beunruhigende Wirkung von Verknappung und Überfülle. dietmar elger (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

Erwerbungen der Gesellschaft

mehr Infos  mehr Infos mehr Infos  mehr Infos Max Headroom 2, 2003 Glas, B07, 2007 Trash 1, 2003

Glas, B07, 2007

Öl auf Leinwand, 45 x 65 cm

Mit einer Sonderspende von Dr. Heribert

Heckschen und Dr. Oswald van der Loo durch

die GMKD aus der Galerie Gebr. Lehmann,

Dresden/Berlin, erworben, seit 2010 als

Leihgabe in der Galerie Neue Meister

Trash 1, 2003

Öl auf Leinwand, 150 x 150 cm

Durch die GMKD aus der Galerie Gebr. Lehmann, Dresden/ Berlin, erworben,

seit 2004 als Leihgabe in der Galerie Neue Meister