Graham, Dan

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Dan Graham

Pavilion with Chinese Moon Gates (Modell). 1991

Glas und Aluminium, 51,5 x 102,5 cm

Grundplatte: (Holz) 102 x 115 x 5,7 cm

Durch die GMKD aus der Galerie Busche, Berlin,

erworben; seit 1999 als Leihgabe in der Galerie Neue

Meister

Im chinesischen Garten markieren Mondtore – kreisrunde Maueröffnungen – den Haupteingang oder trennen einzelne Gestaltungsbereiche. Einlass und Rahmen zugleich, öffnet und begrenzt das vollkommene Rund des Tores den kunstvoll angelegten Garten, in dem sich im Kleinen das Große spiegeln soll: ein Ort dern Reflexion. Auch Dan Grahams „Sculpture Pavilions“ sind Denkräume. Sechs aluminiumgerahmte Glasplatten mit jeweils einem Kreisausschnitt sind zwischen Boden- und Deckplatte zu einem Sechseck zusammengesetzt, sodass sich immer zwei Öffnungen gegenüberstehen. Es entsteht ein einsehbarer Innenraum, der durch die „Moon Gates“ betreten werden könnte. Der hypothetische Blick von innen wie der am Modell nachvollziehbare Blick von außen alternieren zwischen freiem Durchblick (Mondtore) und eingeschränkter Sicht (reflektierende Glaswand). Demonstrativ stellt der Pavillon seine Offenheit zur Schau, ist aber nicht vollständig durchschaubar. Als irritierende Membran schiebt er sich vor die Welt. Seine Struktur und Funktion verweisen auf die ambivalenten Mechanismen gesellschaftlicher Entscheidungsprozesse zwischen Transparenz und Verschleierung. Die bürokratische Vereinnahmung der optimistischen Rhetorik moderner Architektur birgt für Graham auch die Gefahr der Täuschung und des Missbrauchs. mathias wagner (aus dem Buch GMKD25)
GMKD

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