Girke, Raimund

© Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e.V.  2020

Raimund Girke

aufsteigend. 1958

Mischtechnik auf Nessel, 100 x 65 cm

Durch die GMKD vom Künstler erworben; seit 2002 als Leihgabe in der Galerie

Neue Meister

. Girke L 21 im Bestand der Galerie Neue Meister Raimund Girke wurde 1930 in Heinzendorf geboren, zog 1946 nach Osnabrück und begann 1951 ein Studium an der Werkkunstschule in Hannover. Bereits 1952 wechselte Girke an die Düsseldorfer Kunstakademie und wurde 1956 Meisterschüler von Georg Meistermann. In diesen Studienjahren war er in Kontakt mit der Kunst der unmittelbaren Gegenwart gekommen und hatte sein Werk in eine Gegenposition zu der vorherrschenden informellen Malerei entwickelt. Der traditionellen Komposition stellte er dabei den Begriff der Struktur entgegen. Seine Bilder verweigern sich einer hierarchischen Bildordnung und entwickeln sich stattdessen aus einer gleichwertigen, die Bildoberfläche rhythmisierenden Struktur. Girkes Malerei sucht die Vielfalt in der Einheit und den Reichtum in der Reduktion. Wie kaum ein zweites OEuvre verteidigt seine Malerei dabei die ästhetischen Qualitäten des Originals gegenüber ihrer medialen Verfügbarkeit. „aufsteigend“ entstand 1958 und zeigt Girkes Konzentration auf ein reduziertes Farbspektrum weißer und schwarzer Töne und den zeilenartigen Farbauftrag. Jeweils oben links beginnend und rechts unten auslaufend, trägt er die Farbschichten in fünf deutlich erkennbaren Zeilen auf. Dass in der japanischen Sprache für Zeichnen und Schreiben derselbe Begriff verwendet wird, war für ihn immer eine Bestätigung für seinen künstlerischen Arbeitsprozess. 1996 stand das Bild „aufsteigend“ im Zentrum einer Ausstellung von Raimund Girke in der Galerie Neue Meister, bei der er das Bild in einen Dialog zum Dresdner Gemälde „Gebüsch im Schnee“ von Caspar David Friedrich stellte. d ietmar elger (aus dem Buch GMKD25)
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